Am Morgen

 

Sei gegrüßt Sommertag.

Wie frisch ist die Luft.

Ganz genau, wie ich’s mag,

dieser feine Duft.

 

Seid gegrüßt, Ihr Sänger.

Singt Ihr heut‘ für mich?

Kleine Müßiggänger,

ganz genau, wie ich.


bei einem Morgenspaziergang

09.08.2020


So’n Schiet

 

Der Anblick ist nicht g’rade fein.

Und der Maulwurf konnt‘ sich nicht wehren.

Dazu ist er doch viel zu klein.

Er sollte sich aber beschweren.

Diesen Maulwurfshügel mit Hundehaufen

sah ich in der Lucienvörder Allee

17.07.2020


Die Nase

 

Da liegt eine Nase vergraben.

Mir scheint, sie ist ziemlich groß.

Wer wollte sie nicht mehr haben?

Und wer entfernte sie bloß?

 

Das ging doch bestimmt nicht ohne Schmerzen.

Und darf man sowas erlauben?

Jeder merkt sicher, ich will nur scherzen.

Man soll halt nicht alles glauben.

Diesen Stein, der wie eine große Nase aussieht,

habe ich am Berghölzchen entdeckt.

11.07.2020


Gestörtes Idyll


Ich bin allein, nur die Vögel singen.

Ich könnte beinah‘ fröhlich sein.

Aber so recht will es nicht gelingen,

denn leider trügt der schöne Schein.

 

Warum zerstört man das Idyll?

Ich seh‘ mich traurig um.

Seh‘ überall verstreut den Müll.

Die Menschen sind so dumm.

am Berghölzchen

11.07.2020

 


 

Launen

 

Der Sommer kam schon im April.

Und auch im Mai war’s richtig heiß.

Petrus macht diesmal, was er will.

Im frühen Frühling rann der Schweiß.

 

Und nun, wo’s Sommer werden müsste,

macht sich der Herbst keck schon bereit.

Es stürmt wie an der Nordseeküste.

Dafür ist später doch noch Zeit.

 

Petrus hat eben seine Launen,

stellt auf den Kopf die ganze Welt.

Ich würde langsam auch nicht staunen,

wenn im August der Schnee schon fällt.

im Galgenberg

05.07.2020




Mein Veilchen

 

So klein und bescheiden stehst du vor dem Haus.

Du wirst kaum beachtet, doch mach‘ dir nichts d’raus.

Bescheiden musst du sicher nicht sein.

Es zählt nicht die Größe nur allein.

Ich bewundere dich, meine Kämpferin.

Nicht die Rose, nein du bist die Königin.

Alter Markt

30.06.2020


Endlich

 

Wie schön, dass das Tor nun geöffnet ist.

Nun bin ich dir endlich wieder ganz nah.

Ach, meine Schöne, ich hab‘ dich vermisst.

Hallo Lucia, ich bin wieder da.

13.06.2020


Gruß an Lucia, die Lichtkönigin

(im Magdalenengarten)

 

Ich grüße dich heut‘ aus der Ferne,

weil ich dich wirklich mag.

Wär‘ doch bei dir ganz nah so gerne

und sagte Guten Tag.

 

Du hast dein Blütenkleid schon an.

Hab’s jedes Jahr genossen.

Heut‘ bin ich traurig, frag‘ mich, wann

wird das Tor aufgeschlossen.

07.06.2020


Kleines Gänseblümchen


Groß und stark möchtest du sein.

Du bist es schon, mein Kind.

Kämpftest dich durch grauen Stein

und widerstehst dem Wind.

07.06.2020


Heimweh nach Meißen

 

Der Koffer stünde schon bereit.

Zum Einpacken wäre es Zeit.

Dann müsste er schnell zum Kurier,

damit er pünktlich im Quartier.

 

Nun steht der Koffer da im Zimmer

und er ist ungefüllt noch immer.

Alles anders dieses Jahr,

unwirklich und fast nicht wahr.

 

Ein leiser Schmerz, was soll das heißen?

Heimweh ist es, Heimweh nach Meißen.

Dort, wo ich jedes Jahr gewesen,

Freunde zu treffen, um zu lesen.

 

Ich seh‘ mich um und denke dann,

wie schön es ja auch hier sein kann.

Bin mit den Freunden doch vereint,

weil überall die Sonne scheint.


Und irgendwann ist es soweit,

der Koffer steht wieder bereit.

Meißen, dann fahre ich zu dir.

Ich freu‘ mich schon mal, jetzt und hier.

02.06.2020


Gedanken in dieser Zeit

 

Manchmal fang‘ ich mich an zu fragen,

ist das eine von Gottes Plagen?

Will er den Menschen damit verkünden,

das ist die Strafe für Eure Sünden?

 

Dann seh‘ ich Blumen am Wege blüh’n.

Die Vögel singen, die Sonne lacht.

Alles ist schön, so bunt und so grün.

Das hat sich Gott für uns ausgedacht.

 

Für Kriege, Krankheiten und Pein

tragen die Schuld wir ganz allein.

Und nach dem Dunkel kommt das Licht.

Nur seh’n wir das oft leider nicht.

 beim Spaziergang am Berghölzchen

16.05.2020


Trugschluss

 

Da dachte ich doch, eine weiße Maus

läuft über die Wiese vor mir.

Doch beim Näherkommen stellte sich ’raus,

es war keine Maus, gar kein Tier.

 

Es war nur ein Tuch, es wurde vom Wind

über die Wiese geweht.

Und alle, die wie ich kurzsichtig sind,

wissen wohl, worum es geht.

am Hohnsen

12.05.2020


Noch etwas zum aufmuntern

Schleck, lass nach!

(schwere Zeiten)

 

Die Sonne scheint, es denkt Herr Krause:

Da bleibe ich doch nicht zu Hause.

Er geht spazieren, ihm wird heiß.

Oh, denkt er, jetzt ein schönes Eis.

 

Eis kaufen ist ihm auch erlaubt.

Doch wenn Herr Krause etwa glaubt,

er könnt‘ es schlecken gleich vor Ort,

dann irrt er sich, hier muss er fort.

 

Ganz vorschriftsmäßig fünfzig Meter

entfernt er sich und etwas später

schaut er zur Eistüte, oh Schreck:

Das schöne Eis, es ist längst weg.

 28.04.2020


Neun Monate später?

 

Die Menschen sind im Haus gefangen

und sind neun Monate vergangen,

dringt vielleicht, stell‘ ich mir vor,

Kinderlachen an mein Ohr.

 

Gibt’s dann etwa viele Knaben,

die den Namen Covid haben?

Corona für ein Mägdelein

klingt eigentlich doch auch ganz fein.

 

Ach nein, das alles ist nur Spaß.

Doch ab und zu, da braucht man das.

G’rad dann, wenn man sich Sorgen macht.

Humor ist, wenn man trotzdem lacht.

17.04.2020


Neues Leben

 

Am Wegrand blüh’n die ersten Veilchen.

Wie schön sind sie im zarten Grün.

Nun dauert’s sicher nur ein Weilchen,

dann wird der Flieder wieder blüh’n.

 

Ich tröste mich mit dem Gedanken.

Ja, neues Leben wird entsteh’n.

Und es gesunden alle Kranken.

Die Welt, sie wird sich weiter dreh’n.

im Galgenberg

14.04.2020


Eine kleine Aufmunterung in den schweren Zeiten

Heiße Ware

 

Klopapier ist nun heiß begehrt

und es stieg schon enorm im Wert.

Erleichtert sieht man Leute rennen,

die ein Paket ihr Eigen nennen.

 

Dann steht man vor dem Regal,

denkt, die Lage ist fatal,

denn es ist schon wieder leer.

Wo kriegt Klopapier man her.

 

Nur auf dem Markt konnte man lachen.

Ein Händler wollte Späße machen.

Er rief: Kauft heute bei mir ein

und ist die Summe nicht zu klein,

macht fünfundzwanzig Euro hier,

gibt’s eine Rolle Klopapier.

Ein Bäcker schuf, mir fehlen die Worte,

sogar jetzt eine Klopapiertorte.

 

Ich weiß, wie ernst die Lage ist

und dass man Freude nun vermisst.

Doch soll man an die Zukunft glauben,

sich einen Scherz auch mal erlauben.

 

Denn wenn die Jungen und die Alten

trotz Abstand fest zusammenhalten

und jeder etwas Rücksicht nimmt,

reicht auch das Klopapier bestimmt.

31. 03. 2020



Und es schneit

 

Es herrscht Trauer in der Welt,

so viel Leid.

Trifft den Armen, den mit Geld…

und es schneit.

  30. 03. 2020


Alles wird gut!


Ich möchte heut‘ mal an was Schönes denken,

allen Menschen heute ein Lächeln schenken.

Ich geh‘ durch den Wald, genieße die Ruh‘,

hör‘ dem fröhlichen Lied der Vögel zu.

Hier tanke ich Kraft, bekomm‘ neuen Mut.

Ich geb‘ ihn gern weiter, alles wird gut.

 25. 03. 2020


Und doch…..

 

Der Himmel ist blau.

Die Luft ist noch kalt.

Doch spür‘ ich genau,

der Frühling kommt bald.

 

Ein Vöglein singt

oben im Baum.

Wie schön das klingt,

fast wie im Traum.

 

Und am Königsteich

die Enten beim Spiel.

Die Welt ist so reich.

Der Weg ist das Ziel.

 

Es ist alles wie immer, und doch……

 

Jeder geht allein

auf breiten Wegen.

Man hält Abstand ein,

kommt man entgegen.

 

Es ist plötzlich ganz anders.

23. 03. 2020



So still

Ich kann nicht ins Theater geh’n.

Kann meine Freunde nicht mehr seh’n.

Nicht tun, was ich will.

Und es ist so still.

 

Ein Virus legt unsere Welt in Ketten.

Jedes Land will seine Bürger nun retten.

Getrennt, nicht vereint.

Und die Sonne scheint.

18. 03. 2020