Auf einem Spaziergang

 

„Gedichtlos“ fühl‘ ich mich zurzeit.

Ich möchte gar nichts schreiben.

Meine Gedanken schweifen weit,

wollen im Kopf doch bleiben.

 

Und eigentlich bin ich ganz froh.

Ich schrieb ja schon so viel.

Ich geh‘ spazieren, einfach so.

Ich setze mir kein Ziel.

 

Die Schönheit unserer Natur

für sich allein doch spricht.

Ich schau‘ mich um und denke nur,

ist das nicht ein Gedicht?


17.08.2021


Genug vorhanden

 

Letztes Jahr sehr heiß begehrt,

stieg es ziemlich hoch im Wert.

Das ist vorbei, man sieht es hier.

Es gibt nun wieder Klopapier.

gesehen in der Sedanallee

31.07.2021


Schönes Paar

 

Was ist das für ein schönes Paar.

Sie strecken zur Sonne ihr Gesicht.

Ich freu‘ mich, find‘ es wunderbar.

Die kleinen Freuden, mehr braucht es nicht.

gesehen in der Gartenstraße

22.07.2021


Verantwortung

 

„Wir tragen Verantwortung“, aber nicht weit.

Für saubere Entsorgung bleibt keine Zeit.

Nachdenken lohnt sich, immer, auch hier.

Denn die Rechnung am Schluss zahlen wir.

gesehen in der Fußgängerzone

08.07.2021

Schlaf gut

 

Die weiße Rose schlief leise ein,

weil sie ihre Kraft verlor.

Sie strahlte gewiss im Sonnenschein.

Ich stell‘ es mir herrlich vor.

 

Ich bin nicht traurig, weiß ich doch genau,

dass sie eines Tages neu erwacht.

Dann streckt sie die Blüten zum Himmelsblau.

Schlaf gut, kleine Rose, gute Nacht.

Sieht es nicht aus, als ob die Rosenblüte sich schlafen gelegt hat?

Gesehen am Bergsteinweg

07.07.2021

 


Schwergewicht

 

Wer diese Bank hier durchgesessen

war wohl ein Schwergewicht.

Gab’s vielleicht zu viel Mittagessen?

Ich schwöre, ich war’s nicht.

gesehen am Langelinienwall

03.07.2021

 

Mutterglück

 

Schneeweißchen, lange warst du fort.

Ich hab‘ dich schon vermisst.

Hab‘ mich gefragt, an welchem Ort

nun deine Heimat ist.

 

Nun seh‘ ich es, du bist zurück,

doch bist du nicht allein.

Stolz zeigst du mir dein Mutterglück,

acht Kinder, noch ganz klein.

 

Schneeweißchen, ich freu‘ mich mit dir

und schau‘ auf deine Jungen.

Die Überraschung, denk‘ ich mir,

ist dir sehr gut gelungen.


22.06.2021

am Königsteich



Wieder da

 

 Seit Tagen hab‘ ich gute Laune.

Ich singe, wo ich geh‘ und steh‘.

Wie das wohl kommt, denk‘ ich und staune.

Die Freude tut beinah‘ schon weh.

 

Jetzt weiß ich endlich auch, warum

ich oft traurig war, verdrossen.

Mein Lieblingsort blieb lange stumm.

Das Theater war geschlossen.

 

Nun spielt man wieder, laut und leise,

und ich hab‘ abends etwas vor.

Im Frühling gibt’s die „Winterreise“,

verspätet, doch ich bin ganz Ohr.

 

So lange habe ich gehofft,

hab‘ es so sehr vermisst.

Erst wenn es fehlt, spürt man doch oft,

wie leer es ohne ist.

09.06.2021


 

Die erste Seerose

 

Die erste Seerose ist zu seh’n,

vom Winterschlaf erwacht.

Ich sag‘ ihr Hallo und bleibe steh’n.

Hast Freude mir gebracht.

 

Bald werden auch die Schwestern blüh’n.

Wie schön wird es dann sein.

Wenn Ihr in Eurem schlichten Grün

leuchtet im Sonnenschein.

am Königsteich

03.06.2021

 

Die Bank vor dem Haus

 

Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein.

An diesen Ausspruch muss ich denken.

Die Bank lädt zum Verweilen ein.

Und mir kann sie ein Lächeln schenken.

dieses schöne alte Haus mit der Bank sah ich

am Stiftskirchenweg

21.05.2021


Irren ist menschlich

 

„Schneller, schneller“, hör‘ ich laut.

Ein Jogger sieht sich fragend um.

Er ist scheinbar nicht erbaut.

Noch schneller laufen, doch warum?

 

Ach, wie leicht man sich doch irren kann.

Ich merk’s und fange an zu lachen.

Eine Dame wollte nicht dem Mann,

nur ihrem Hündchen Beine machen.

auf der Brücke Lucienvörder Straße erlebt

15.05.2021


Warum in die Ferne schweifen…

 

Den schiefen Turm kennt man aus Pisa.

Ich gebe zu, ich war noch nie da.

Doch wenn ich die Laterne seh‘,

denk‘ ich, dass ich in Pisa steh‘.

Darum die Fahrt zum Turm ich meide.

Was soll ich da, schief sind sie beide.

Mühlenstraße, gegenüber der Magdalenenkirche

07.05.2021


Magnolienbaum

 

Ich seh‘ dich an, spür‘ einen Schmerz.

 

Wie warst du schön, mein Magnolienbaum.

Nun fallen wie Schnee deine Blüten hernieder.

Bald bist du nur ein vergessener Traum.

Doch ich weiß ja, im nächsten Jahr blühst du wieder.

 

Und da zieht Freude in mein Herz.

im Magdalenengarten

01.05.2021


Hallo Eichhörnchen

 

 

Eichhörnchen, lachst du mich an?

Oder lachst du mich gar aus,

weil ich nicht so klettern kann?

Ach, ich mache mir nichts d’raus.

 

Ich schau‘ hinauf und grüße dich,

doch bleib‘ ich lieber unten steh’n.

Die Sonne scheint hier auch für mich.

Da läufst du fort, „Auf Wiederseh’n.“

im Garten des Altenheims in Ochtersum, Schlesierstraße

26.04.2021


Ich rieche den Frühling

 

Ich gehe spazieren, spür‘ einen Duft.

Es ist der Frühling, er liegt in der Luft.

Ein Sonnenstrahl streichelt zart mein Gesicht.

Ob er mir wohl auch den Frühling verspricht?

Es blüht in den Gärten, es blüht auch im Wald.

Ich rieche den Frühling, er kommt sicher bald.

18.04.2021

auf einem Sonntagsspaziergang


Osterspaziergang 2021

 

Es ist still, wie vor einem Jahr.

Noch immer sind wir in Gefahr.

Doch ich sah auch frisches Grün

und die Forsythien blüh’n.

 03.04.2021


Maskenblumen?

 

Die Züchter haben Fantasie.

Ja, so viel Neues gab’s noch nie.

Was dachte man sich hier denn aus?

Da blüh‘n im Garten vor dem Haus

Blumen, die ich bisher nicht gekannt.

Werden sie „Maskenblumen“ genannt?

diese neuen Blumen fand ich in der

Freiherr-vom-Stein-Straße

25.03.2021


AHA

 

Abstand halten, Hände rein,

Alltagsmasken müssen sein.

Dafür stand lange das AHA.

Das ist jetzt anders, siehe da.

Die Alltagsmasken werden jetzt

durch medizinische ersetzt.

Man nennt sie auch FFP zwei,

die hat man immer mit dabei

oder die für den OP.

Und wie heißt das nun herrjeh?

Wie wäre es da mit AHOP?

Das klingt albern, also Stop.

Wir werden weiter AHA sagen,

weil wir im Alltag Maske tragen.

13.03.2021

Heimatlos

 

Ach, der Stecker tut mir leid.

Zu wem gehört er bloß?

Kein Gerät hier weit und breit.

Nun ist er heimatlos. 

gesehen in der Küchenthalstraße

12.03.2021

 

Kunst im öffentlichen Raum

 

Man findet Kunst heut‘ überall.

Das sieht man auch in diesem Fall.

So schön und ansprechend drapiert,

Beuys wäre neidisch – garantiert.

 gesehen in der Struckmannstraße

23.02.2021

 


Kleiner Wettstreit

 

Noch einmal zeigt er seine Macht.

„Seht doch, ich schlief ein wenig nur.

Ist sie nicht schön, die weiße Pracht,

die sich legt über Wald und Flur?“

 

„Geh‘ wieder schlafen, ich komme bald“,

ruft da der Frühling fröhlich aus.

„Im Winter rutscht man und es ist kalt.

Wer geht da schon gern aus dem Haus.“

 

So streiten sich beide noch eine Zeit.

Ich hoffe, der Frühling gewinnt.

Wie schön wird es sein, wenn es weit und breit

so herrlich zu blühen beginnt.


18.02.2021


Winter

 

Eine eisige Decke überzieht das Land.

Es ist Winter – man hat ihn schon nicht mehr gekannt.

Die Kinder freu’n sich und fahr’n mit dem Schlitten.

Ich wünsch‘ mir ’ne Fee, die möchte ich bitten:

Bring mir doch den Frühling mit Blütenpracht,

denn für den Winter bin ich nicht gemacht.

11.02.2021


Eisbaden


Es scheint, das Eisbaden macht richtig Spaß.

Mir käme das gar nicht in den Sinn.

Das wäre mir viel zu kalt und zu nass.

Ach, wie gut, dass ich kein Vogel bin.

am Hohnsen

11.02.2021

 


Der Traum

(am Hohnsen)

Der Himmel ist grau wie die Gedanken.

Masken verdecken das Gesicht.

Man denkt an die Alten und die Kranken

und hofft auf Sonne, hofft auf Licht.

 

Und dann seh‘ ich junge Sprossen.

Junge Sprossen am alten Baum.

Und die Tränen, die geflossen,

verwandeln sich in einen Traum.

 

Ein Traum, in dem die Hoffnung wohnt.

Ein Traum von einem schönen Land.

In dem das Leben wieder lohnt

und alle Tränen sind verbannt.

 

(an der Großen Venedig)

03.02.2021

 


Am Meer?

 

Der Wind bläst seine Backen auf,

die Wellen plätschern hin und her.

Ich geh‘ spazieren, bin gut d’rauf

und träume fast, ich bin am Meer.

 

Beim Weitergehen macht es patsch,

denn leider gibt’s hier keinen Strand.

Ich gehe nur durch dicken Matsch.

Und weit und breit kein weißer Sand.

 

Na gut, man kann nicht alles haben.

Ich gehe gerne noch ein Stück.

Hat die Natur nicht viele Gaben?

Die Sonne scheint, ist das ein Glück.

am Hohnsen

21./22.01.2021


Oh Tannenbaum

 

Es hilft sonst stets die Feuerwehr,

braucht man den Weihnachtsbaum nicht mehr.

Er wird einfach vor die Tür gestellt

und abgeholt gegen Spendengeld.

 

In diesem Jahr geht das nun nicht,

weil Corona dagegen spricht.

Die Gedanken, sie sind frei.

Hier dachte man nichts dabei?

am Neustädter Markt

10.01.2021


Schöne Aussicht

 

Am Berghölzchen kann man die Aussicht genießen.

Wie herrlich die Pizzakartonblüten sprießen.

Auch Hamburgerschachtelkraut hab‘ ich entdeckt.

Aber wo hat der Besenbaum sich versteckt?

02.01.2021


Weiße Weihnacht

 

Weiße Weihnacht auf meine Weise.

Wenn ich die Gänseblümchen seh‘,

klingt ein kleines Lied in mir leise.

Weiße Weihnacht, auch ohne Schnee.

25.12.2020

auf einem Spaziergang


Gedanken zum Jahresende

 

Bleib schön gesund und negativ

sagt man heut‘ statt Auf Wiederseh’n.

Die bösen Geister, die man rief,

sie wollen einfach nicht mehr geh’n.

 

Die Welt steht still, die Angst geht um.

Man hält den Atem an.

Und dann fragt man sich leis‘, warum.

Was hat man nur getan.

 

Und wie wird es im nächsten Jahr?

Wird alles wieder gut.

Ich weiß es nicht, nur eins ist klar:

Wir brauchen sehr viel Mut.

19./20.12.2020


Stilles Fest

 

Es wird ein stilles Fest dieses Jahr.

Man trifft sich in kleiner Runde.

Nichts ist mehr so, wie es immer war.

Nur eins bleibt, die Weihnachtskunde.

 

In der Stille haben wir wieder Zeit

an den Ursprung des Festes zu denken.

Vielleicht öffnen sich die Herzen dann weit

statt der Päckchen mit bunten Geschenken.

11.12.2020


Wunderdiät!

 

In jeder Frauenzeitschrift steht

eine neue Wunderdiät.

Die Pfunde purzeln, wird versprochen.

Manchmal sogar ganz ohne kochen.

 

Ich hab‘ jetzt die beste Diät ausprobiert.

Die ist ganz sicher, man nimmt ab garantiert.

Man brät ohne Fett sich ein einzelnes Blatt.

Doch es gibt einen Haken, man wird nicht satt.

Diese Rezeptidee fand ich in der Teichstraße

18.11.2020


Bald ist Weihnachten

 

Da liegt ein Stück vom weißen Bart.

Das heißt, es hat die Probefahrt

der Weihnachtsmann schon absolviert.

Es ist ihm doch wohl nichts passiert?

am Kehrwiederwall/Ecke Renatastraße

11.11.2020



Bunter Herbst

 

Der Herbst beschert uns Erntesegen.

Der Winter ist noch weit.

Die Blätter tanzen auf den Wegen.

Welch‘ schöne, bunte Zeit.

 28.10.2020, beim Spaziergang im Galgenberg

 

Aus meinem Reisetagebuch

Sylt Oktober 2020


Im Zug

 

Ich sitze im Zug und träum‘ vor mich hin.

Träume von Sylt, wo ich bald wieder bin.

Träume vom Wind, von Wellen und Meer.

Träume von glücklicher Wiederkehr.

12.10.2020


Meine Insel (am Strand)

 

Meine Insel, du gehörst mir nicht mehr.

Meine Insel, ja du warst nie ganz leer.

Aber jetzt seh‘ ich nur Menschenmassen.

Es ist nicht mehr schön und kaum zu fassen.

Meine Insel, ach, es schmerzt mich so sehr.

Meine Insel, du gehörst mir nicht mehr.

 Wenningstedt, 13. 10. 2020

Meine Insel (am Dorfteich)

 

Am Dorfteich, mein Sylt, hab‘ ich dich zurück.

Hier finde ich wieder mein kleines Glück.

Ich schau‘ den Enten und den Möwen zu.

Da kehrt sie zurück, die innere Ruh‘.

In der Kirche zünde ich eine Kerze an

und denke an dich, Hans, meinen lieben Mann.

Wenningstedt, 13.10.2020

 

 

Gelassenheit

 

Mittlerweile seh‘ ich das gelassen

und ich pfeife auf die Menschenmassen.

Der Himmel ist blau und die Sonne scheint.

Sind wir darunter nicht alle vereint?

Wenningstedt, am Strand, 16.10.2020

 


Stille Ecken

 

Man kann sie manchmal doch entdecken,

die kleinen, feinen, stillen Ecken.

Sie lassen Hektik überwinden

und man kann seinen Frieden finden.

zwischen Wenningstedt und Westerland, 17.10.2020

 

 

Nach dem Regenschauer

 

Zwei Regenbogen am Himmel steh’n.

Zwei Regenbogen, schön anzuseh’n.

Der eine ist groß, der andere klein.

Wenn ich mir was wünsche, trifft es dann ein?

Doch meinen Wunsch verrate ich nicht.

Er wird nicht wahr, wenn man d‘rüber spricht.

Wenningstedt, 18.10.2020


Abschiedsstimmung

 

Heut‘ kleidet sich meine Insel in grau.

Ich glaube, sie spürt den Abschied genau.

Und nun fängt der Himmel an zu weinen.

Auch er ist traurig, will mir fast scheinen.

Und die Sonne? Sie hat so oft gelacht.

Ich gönn‘ ihr, dass sie mal ’ne Pause macht.

Wenningstedt, am Strand, 21.10.2020