Meißen 2019

Auszug aus meinem Reisetagebuch


Blühende Gleise

 

Zwischen den Gleisen blüht wieder der Mohn.

Dazwischen seh‘ ich gelbe steh’n.

Hab‘ d’rauf gewartet und freute mich schon.

Wie schön ist das doch anzuseh’n.

 

Ich weiß nicht, wie die gelben heißen.

Ich mag auch beide so.

Versucht man nicht, sie auszureißen

macht mich das richtig froh.

05. 06. 19

Bahnhof Braunschweig


Sommergenuss

Das erste Elbsommer im Jahr

schmeckt herrlich frisch, so wunderbar.

Das kann die Kehle gut vertragen.

Nun fehlt noch etwas für den Magen.

 

Die Bratwurst ist sehr gut geraten,

gefüllt mit Spinat und Tomaten.

Kartoffeln und Salat noch – und –

sag‘ einer, das ist nicht gesund.

 


05. 06. 19

Marktplatz Meißen (vor dem Schankhaus)


Alles hat seine Zeit

 

Mein leuchtender Mohn, wie blass bist du nun,

zeigst die Vergänglichkeit.

Deine Blüten vergeh’n, Zeit wird’s zu ruh’n.

Alles hat seine Zeit.

 

Bald leuchten die Felder, die jetzt noch grün,

sind zur Ernte bereit.

Gelb werden sie dann in der Sonne glüh’n.

Alles hat seine Zeit.

11. 06. 19

Meißen, Drosselgrund

Meine neue Theatercard

der Landesbühnen Sachsen, Radebeul

 

Ich bin den Landesbühnen verbunden

und kauf‘ die Theatercard jedes Jahr.

Doch was ich diesmal darauf gefunden

erstaunt mich schon sehr, ist das wirklich wahr?

 

Ich wurde geboren im Jahr Neunzehnhundert.

Das meint der Computer und der hat stets Recht.

Ich hoffe, man sagt nun erstaunt und verwundert:

Für dein Alter hältst du dich gar nicht so schlecht.

 

Ich nehm‘ das Ganze mit Humor.

Gestattet, dass ich lach‘:

Zweihundert Jahre, stellt Euch vor,

wär‘ heut Herr Offenbach.

12. 06. 19

Radebeul/Meißen

 

Überraschung im Tierpark

 

Am Papageienkäfig steh‘ ich ganz nah.

Nanu, denke ich, was bewegt sich denn da?

Ein Grasbüschel will sich selbstständig machen?

Ich schau‘ noch einmal und fang‘ an zu lachen.

Das „Grasbüschel“ entpuppt sich als bunter Pfau.

Er stolziert zum Käfig und schaut ganz genau.

Was er wohl denkt? Ich bin sicher mir:

Ich bin von allen der Schönste hier.

13. 06. 19

Meißen


Ruhe


Da ist es wieder, das gute Gefühl.

Fernab vom Trubel und Menschengewühl

geh‘ ich spazieren, genieße die Ruh‘

Und die Vögel singen ein Lied dazu.

 

Es ist kaum zu glauben, aber wahr:

Da vorn stolziert Meister Adebar.

Er genießt sein Frühstück ganz in Ruh‘.

Vielleicht klappert er ein Lied dazu?

 

Ich schau‘ ihm nach, bis ich ihn nicht mehr seh.

Dann geh‘ ich zurück und koch‘ mir Kaffee.

Den trinke ich nun ganz in Ruh‘

und sing‘ ein kleines Lied dazu.

begonnen am 07. 06., dann habe ich es vergessen und

am 18. 06. 19 beendet

Meißen


Heuschreck lass nach!

 

 

Was kitzelte mich in der Nacht?

Ich schlug den Störenfried schnell weg.

Dann hab‘ das Licht ich angemacht

und kriegte einen Riesenschreck.

 

Unter dem Bett mir gegenüber

saß ein großes grünes Vieh.

Es schaute von dort zu mir ‘rüber.

Ich bekam ganz weiche Knie.

 

Ich ging nun, um ein Glas zu holen,

es zu fangen und auszusetzen.

Da hatte es sich fortgestohlen.

Mich packte langsam das Entsetzen.

 

Ein guter Rat, der war nun teuer.

In jedem Zimmer machte ich Licht.

Ich suchte nach dem „Ungeheuer“.

Alles vergebens, ich fand es nicht.

 

Erschöpft machte das Licht ich aus.

Mir fielen schon die Augen zu.

Vielleicht ist es zum Fenster ’raus?

Die Hoffnung gab mir etwas Ruh‘.

 

Am nächsten Morgen wurde klar,

dass das ein Irrtum war jedoch.

Das Vieh ja längst schon munter war

und eifrig durch die Küche kroch.

 

Ach je, es war ein Heuschreck nur,

der mich so in der Nacht erschreckt.

Eigentlich harmloser Natur,

wenn er nicht nachts im Bette steckt.

 

Der Heuschreck hatte sicher Spaß.

Ich fand’s dagegen nicht so klasse.

D’rum fing ich ihn mit einem Glas

und setzte ihn auf die Terrasse.

 

Wie immer gibt es die Moral

für Groß und auch für Klein:

Kitzelt nachts was, dann schau‘ erstmal.

Es könnt‘ ein Heuschreck sein.

19. 06. 19

Meißen


Bis bald


Es regnete vorhin ganz leise.

Ich glaub‘, der Himmel weiß Bescheid.

Er sagte mir auf diese Weise:

Du musst schon geh’n? Das tut mir leid.

 

Es gibt keinen Grund, betrübt zu sein.

Ich komme ja zurück.

Und zu Haus trink‘ ich auch Meißner Wein.

Den liefert man zum Glück.

20. 06. 19

Meißen









Glück


Ich bin glücklich.

Statt Schatten sehe ich Licht.

Und ich schreibe ein Gedicht.

 

Ich gehe spazieren jeden Tag,

der Sonne entgegen.

Und wenn sie einmal nicht scheinen mag,

geh‘ ich auch im Regen.

 

Ich bin glücklich.

Nur manchmal bin ich es nicht.

Dann schreibe ich ein Gedicht.

29. 05. 19